Grundgedanke zum SPA-Modell

Jede Erkrankung und Pflegebedürftigkeit verläuft anders.

Die “Pflege-Karriere” der Sorgenden und Pflegenden Angehörigen kann sich steil und schnell entwickeln. Oder über Jahrzehnte.

Das Ende kann abrupt eintreten. Eine Begleitung im Heim kann sich aber auch über Jahre erstrecken.

Der Weg für uns ist aber immer länger, als das System der Pflegeversicherung denkt.

Die SPA-Pyramide

Schon weit vor der ersten MDK-Begutachtung fangen wir an für unsere Angehörigen zu organisieren.

Die Notwendigkeit der Begleitung wird häufiger – physisch und emotional.

Wir sind und fühlen uns als Sorgende Angehörige.

Und das soll auch möglichst noch lange so bleiben.

Wichtig: Alle Pflegende Angehörige sind in der Regel auch immer Sorgende Angehörige!

Die Aufgaben werden komplexer. Die “Pflege-Karriere” nimmt Fahrt auf. Zusätzlich zu den Sorgenden-Aufgaben kommen nach und nach die drei Säulen der Grundpflege

Als mehr oder weniger Experten für Körperpflege, Ernährung und Mobilität entwickeln wir uns zu Pflegenden Angehörigen.

Mit Wechsel in die stationäre Versorgung werden wir wieder zu Sorgenden Angehörigen.
Das System Pflegeversicherung kennt uns dann aber nicht mehr.

Das SPA-Modell in Zahlen

A. Sorgende Angehörige
noch ohne Hilfe

Umfassender als in allen bisher bekannten Darstellungen dokumentiert die Analyse nach der SPA-Methodik das tatsächliche Ausmaß der Sorge- und Pflegearbeit von Angehörigen in Deutschland.

Dabei werden auch diejenigen Familien berücksichtigt, die aus Scham oder z.B. auch Unkenntnis keinen Antrag auf Überprüfung der Pflegebedürftigkeit stellen (Dunkelziffer). Auch diejenigen, die nach Meinung der MDK-Prüfer die Schwelle von 12,5 Punkte zur Erreichung des Pflegegrads 1 noch nicht genommen haben, sind berücksichtigt (A).

B.) 3,4 Mio. offizielle ambulant versorgte Pflegebedürftige 2020 (inkl. PKV)

Den Mittelbau (B) füllen die „offiziell“ Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen aus. Wir schätzen den Schwerpunkt der Pflegenden Angehörigen bei den Pflegeraden 3 bis 5 ein.

Die tatsächlichen Unterstützungsbedarfe der teilweise hochbelasteten Angehörigen können durch die stärker fokussierte Betrachtung gerechter ermittelt werden.

C.) Keine Hilfe mehr für Sorgende Angehörige

Mit dem Übergang in die Stationäre Versorgung oder dem Ableben der Pflegebedürftigen fallen ehemalige Pflegende Angehörige automatisch von heute auf morgen komplett aus der Pflegeversicherung heraus.

Im „System der Sorgenden Angehörigen“ werden diese oft langjährigen Leistungsträger unserer Gesellschaft beim Wechsel zurück in eine neue Arbeits- und Lebenswelt aber weiter begleitet und unterstützt (C).

Eigene Schätzungen zur Anzahl der Unterstützer/innen je Haushalt auf Basis diverser Aussagen aus Einzelstudien (U.a. “BARMER Pflegereport 2018”, “Sorgende Angehörige als Adressart_innen einer vorbeugenden Pflegepolitik.” FGW Studie, “Studie zur Wirkung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) und des ersten Pflegestärkungsgesetzes (PSG 1)
Hochrechnungen auf Basis der Statistiken des BGM mit Prognosefaktoren für 2020 (Annahme: Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hatten Ende 2018 insgesamt 3.685.389 Menschen einen Pflegerad. Hinzu kommen die 211.582 ausgewiesenen PKV-Versicherten. Wir schätzen, dass die Zahl von 3.896.971 um mindestens 5 % (Vorjahr = 10,4 %) wachsen wird. Dann werden Ende 2019 über 4.091.000 Pflegebedürftige einen Pflegerad zwischen 1 und 5 haben. Quelle: Pflege-Dschungel.de “Pflege in Deutschland 2019“